Bildnis des Ehepaares Kunz und Barbara Horn mit Wappen Horn und Krell

Bildnisse des knieenden Ehepaares Kunz und Barbara Horn mit Wappen Horn und Krell als Stifter der Kunz Hornschen Stiftung. Aquarellierte Federzeichnung im ältesten Rechnungsband der Stiftung 1518 (Stadtarchiv Nürnberg D 15 Nr. H 14/7).

Vor 500 Jahren, am 12. Mai 1517, ist in Nürnberg der Kaufmann Kunz Horn verstorben. Sein Vater Hans Horn ist wohl identisch mit jenem „Hernlein an der Irhergassen“, zu dessen Tod laut Lorenzer Totengeläutbuch am „unschuldig kindlein tag“ (28. Dezember) 1478 in Nürnberg die Glocken geläutet wurden (im Sebalder Totengeläutbuch wird „Hans Horn in der Irrergaßen“ im Zeitraum zwischen Lucie 1478 = 16. Dezember und Reminiscere 1479 = 3. März als erster Beläuteter genannt). Dieser Hans Horn ist noch 1479 als Besitzer eines Hauses in der Irrergasse (ab etwa 1865 Weißgerbergasse 5) belegt. Er war ebenfalls Kaufmann und 1469 bzw. 1476 als solcher auf der Nördlinger Messe zu finden.

Kunz Horn selbst ist 1485 beim Kauf eines Hauses am Roßmarkt (ab etwa 1865 Adlerstraße 21) erstmals in Nürnberg belegt. Mit Barbara Krell (gest. 1521) hatte er in eine ehrbare Nürnberger Kaufmannsfamilie eingeheiratet, die im späten 15. Jahrhundert zu den größten Nürnberger Tuchhändlern zählte und auch als Montanunternehmer tätig war. Barbaras Vater Franz Krell, ebenfalls am Roßmarkt wohnhaft (ab etwa 1865 Adlerstraße 1), war seit 1473 bis zu seinem Tode 1508 Genannter des Größeren Rats der Reichsstadt. Noch heute ist der Name Krell verbunden mit dem von dem Lorenzer Pfarrer Jodokus Krell (gest. 1483) gestifteten so genannten Krellschen Altar im Chorhaupt der Nürnberger Lorenzkirche mit der ältesten bekannten Ansicht der Stadt Nürnberg.

Kunz Horn, um 1500 einer der reichsten Bürger Nürnbergs und außerdem von 1492 bis zu seinem Tode 1517 Genannter des Größeren Rats, handelte vornehmlich mit Metallwaren und Tuchen, daneben aber auch mit Ochsen, Steinmehl und Wein. Im oberösterreichischen Steyr war er einer der ersten großen Nürnberger im Stahl- und Eisenhandel. Sein Aktionsradius erstreckte sich von Frankfurt am Main und Lübeck bis nach Ungarn.

1511 stiftete Kunz Horn auf dem Lorenzer Friedhof die Annenkapelle, in der er auch bestattet wurde. Sie lag östlich der Lorenzkirche an die Friedhofsmauer angelehnt und gehörte dem Nürnberger Tuchmacherhandwerk (die heilige Anna ist die Patronin der Tuchmacher, Tuchhändler, Schneider, Spinner und Weber). 1806/07 wurde die Kapelle abgebrochen, mit dem Erlös aus dem Verkauf der Abbruchmasse finanzierten die Tuchmacher die Transferierung der Gebeine des Stifters auf den Rochusfriedhof. Der Standort der abgegangenen Kapelle ist heute neben einer Schrifttafel auch im Pflasterbelag östlich des Lorenzer Hallenchors markiert.

Wohl zeitgleich mit der Annenkapelle gab Kunz Horn sein heute noch an der äußeren Westwand der Sakristei der Lorenzkirche erhaltenes Epitaph aus rotem Knollenkalk in Auftrag. 1514 ließ er, bereits erblindet, sein Testament abfassen, in dem er sein Vermögen, da die Ehe mit Barbara Krell kinderlos geblieben war, größtenteils wohltätigen Zwecken (u.a. für das Heilig-Geist-Spital und die „Armen-Tuchmacher-Stiftung“) vermachte.

Kunz Horn, Stifter der St. Anna-Kapelle in Nürnberg

Kunz Horn, Stifter der St. Anna-Kapelle in Nürnberg; gest. 1517, dargestellt als Betender, im Hintergrund die Kapelle. Schabkunstblatt von Georg Fenitzer, um 1680 (Stadtarchiv Nürnberg A 7/I Nr. 1352).

 

Kunz Horn und seine Frau Barbara, Stifterbild mit Wappen, Christus am Kreuz mit Maria und Johannes

Kunz Horn und seine Frau Barbara, Stifterbild mit Wappen, Christus am Kreuz mit Maria und Johannes. Kupferstich mit Deckfarben in einem Meisterbuch des Tuchmacherhandwerks, um 1650 (Stadtarchiv Nürnberg E 5/77 Nr. 2, S. 96).